„Mit dem Feuerwehrvirus anstecken“

GRÜNDUNG – Zwölf Kinder bilden erste Kinderfeuerwehr in der Samtgemeinde Esens: Es sind die Holtgaster

Bericht von Heidi Hinrichs aus dem Anzeiger für Harlingerland vom 02.10.2017

Feier im Holtgaster Feuerwehrhaus: Die Nachwuchsgewinnung läuft mit den „Füürhüpkes“ weiter.

ESENS. Ihre erste Kinderfeuerwehr hat die Samtgemeinde Esens in der Ortswehr Holtgast. Zwölf Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren sind in der Gruppe. Feuerwehrfrau Yvonne Caspers, vor 16 Jahren selbst Gründungsmitglied der Holtgaster Jugendfeuerwehr und inzwischen aktive Feuerwehrfrau, leitet die fröhliche Truppe, unterstützt von ihrer Vertreterin, Feuerwehrfrau Anke Andreesen, sowie Hendrik Hanstein, Sören Westerman und Horst Franz.

Die Kinderfeuerwehr hat bereits mit ihren ersten Diensten im Feuerwehrhaus begonnen und auf diese Weise auch die Gründungsfeier mit gestaltet. Zur Begrüßung konnten die Gäste nämlich ihre selbst gebackenen Kekse und Schokocrossies kosten.
Die Füürhüpkes

Spielerisch soll es auch künftig beim monatlichen Treffen der Holtgaster Kinder weitergehen. Brandschutzerziehung steht genauso auf dem Programm wie das Laternebasteln für den bevorstehenden Umzug, an dem die Feuerwehr Holtgast als Begleitung unentbehrlich ist.

Die Holtgaster feierten die Gründung gestern mit den Kindern, der Jugendfeuerwehr, vielen aktiven Wehrleuten, den Ortsbrandmeistern aus den Nachbargemeinden und Feuerwehrvertretern auf Kreisebene.

Die ersten Glückwünsche überbrachte Holtgast Ortsbrandmeister Andree Janßen, der betonte, dass die Holtgaster Feuerwehr ihre Nachwuchsarbeit auf noch festere Beine zu stellen. „Wir hoffen, dass wir euch mit dem Virus Feuerwehr infizieren können“, meinte er zu den Kindern.

Die Gruppe hat schon einen Namen: Die „Füürhüpkes“ wurden gestern mit passenden Caps und T-Shirts eingekleidet, die Holtgaster Firmen gespendet hatten.

„Die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehren in der Samtgemeinde ist gesichert“, gratulierte Samtgemeindebürgermeister Harald Hinrichs. Er lobte die fünf Ortswehren in der Samtgemeinde und deren Ehrenamt, das von der Kommunalpolitik sehr ernst genommen werde, wenn es um finanzielle Ausstattung der Wehren gehe.

„Hier hat man erkannt, dass es ohne aktive Nachwuchswerbung nicht gelingen wird, auch in Zukunft Freiwillige zu haben“, sagte er. Da sich das Freizeitangebot der Kinder, die schulische Landschaft mit ihren Ganztagsschulen stark verändert habe, müsse auch die Feuerwehr andere Wege gehen.
Spielerische Vermittlung

Ein monatlicher Übungsvormittag an einem Sonnabend kommt diesem veränderten Freizeitverhalten der Kinder sicherlich entgegen. Für den spielerischen Wettstreit an der frischen Luft brachte der Samtgemeindebürgermeister ein Wikingerspiel mit. Lobende Worte überbrachte Holtgast Bürgermeister Gerhard Frerichs vom Gemeinderat: Man sei stolz auf seine Wehr, die jetzt mit einer Kinderfeuerwehr so gut aufgestellt sei.
Einsatzkräfte notwendig

„Wir brauchen den Nachwuchs“, sagte stellvertretender Kreisbrandmeister Erwin Reiners, der das Feuerwehrhaus in Holtgast mit einem Mehrgenerationenhaus verglich, in dem alle unter einem Dach für eine Sache wirkten. „Wir brauchen die Einsatzkräfte.“ Das hat man kürzlich wieder gesehen, als nach dem Sturm ,Sebastian’ jede Hand gebraucht wurde“, so Reiners.

Auch Friedhelm Tannen überbrachte als Kreisjugendfeuerwehrwart seine Grüße an die vierte Kinderfeuerwehr im Landkreis Wittmund und die 36. Kinderwehr in ganz Ostfriesland.

Von der Jugendfeuerwehr Holtgast gab es ein Geschenk, das alle Holtgaster Wehrleute brauchen können, wenn’ es „brennt“: Den Notrufkoffer als wichtigen Bestandteil für die Vermittlung in der Brandschutzerziehung der Kinder.

Bild und Text Heidi Hinrichs, Anzeiger für Harlingerland vom 02.10.2017